Ein Weg für alle

Gedenktag in Mechernich: Communio in Christo begeht den Geburts- und Namenstag von Mutter Marie Therese mit einem Gottesdienst, einem Rückblick auf 40 Jahre und aktuellen Einblicken aus der Pflege

Mechernich – Dieses Treffen war geprägt von Gemeinschaft, Spiritualität und dem Vermächtnis von Mutter Marie Therese. Zum Hochfest des heiligen Josef waren Mitglieder, Mitarbeitende und Freunde der Communio in Christo zusammengekommen, um gemeinsam den Namenstag und Geburtstag der Ordensgründerin zu begehen. Die Feier verband spirituelle Impulse, einen Rückblick und persönliche Begegnungen und machte einmal mehr deutlich, wie sehr die Werte der Communio bis heute tragen.

Den feierlichen Auftakt bildete eine heilige Messe in der Hauskapelle der Communio in Mechernich. Generalsuperior Pfarrer Jaison Thazhathil begrüßte die zahlreichen Gäste und erinnerte in seiner Ansprache an die Bedeutung dieses Tages. „Heute haben wir zwei besondere Anlässe: Erstens, wir feiern den Geburtstag von Mutter Marie Therese, der Gründerin der Communio in Christo. Und da Mutter Marie Therese auf den Namen Josephina getauft wurde, feiern wir heute auch ihren Namenstag und ehren sie als treue und gehorsame Dienerin Gottes, wie es auch der heilige Josef, ihr Namenspatron, war“, sagte der Generalsuperior, der zudem betonte. „Wir gedenken allen leidenden Menschen und bitten Gott um die Kraft, ihr Leid in das heilbringende Leiden Christi zu verwandeln.“

Meditation über Freude im Leid

Nach der Predigt las Sr. Lidwina einen Auszug aus dem 16. Buch von Mutter Marie Therese: „Die Passion der Liebe im Jahre 2000“ – ein stiller Moment der Besinnung. Die Meditation „Gott finden im Leid“ berichtete von der Begegnung mit zwei schwer erkrankten jungen Frauen, die trotz ihrer Krankheit Freude und Zufriedenheit ausstrahlten – ein Zeugnis für die Kraft des Glaubens.

Mutter Marie Therese hatte diesen Text 1985 im Haus Effata vorgetragen, wo sie alljährlich mit Bewohnern, Angehörigen, Freunden und Mitgliedern der Communio ihren Geburtstag feierte. „Das ist der Sinn dieses Festtags, an dem wir hier in diesem Hause, inmitten unserer geliebten Bewohner, zusammen mit allen Anwesenden Gott danken können für den Himmel, den wir erfahren dürfen“, hatte Mutter Marie Therese damals vorgetragen. „Wir sind überzeugt, dass er hier, in unserer Welt, auf der Erde, gelebt sein will und gelebt sein kann. Hier, in diesem Hause, spüren wir ihn jeden Tag neu.“

Schließlich zitierte Sr. Lidwina einen ganz zentralen Teil aus der Passion, in der Mutter Marie Therese sagt: „Wir feiern die Liebe und nicht den Geburtstag einer Gründerin. Wir feiern die Güte Gottes, die nicht nur uns, sondern allen geschenkt wird. Wir feiern Gott im Menschen und sein Erbarmen mit uns.“ Die Botschaft der Gründerin: Die Liebe zu Gott und den Menschen ist der wahre Grund zur Dankbarkeit.

Ein Fest der Begegnung und des Rückblicks

Nach der Messe kamen die Gäste beim gemeinsamen Abendessen im Refektorium zusammen. In familiärer Atmosphäre tauschten sich die bunt gemischten und internationalen Teilnehmer aus.

Anschließend präsentierte Sr. Lidwina eine Rückschau auf das 40-jährige Bestehen der Communio in Christo – mit einer Powerpoint-Präsentation, die bereits anlässlich des Jubiläums im Dezember 2024 mit Bischof Dr. Helmut Dieser gezeigt wurde. Die Bilder zeigten Meilensteine aus vier Jahrzehnten und ließen die Entwicklung der Gemeinschaft als „Weg für alle Christen“ lebendig werden.

Mutmachende Worte des Aachener Bischofs

Zum Abschluss der Präsentation erinnerte Sr. Lidwina an die Predigt von Bischof Dieser, die dieser zum 40. Ordensgedenktag in der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist gehalten hatte. „Was mich fasziniert, ist die Idee der Gründerin, dass in der Communio in Christo Laien, Ordensleute und geweihte Priester und Diakone ein gemeinsames Leben entfalten“, hatte das Aachener Kirchenoberhaupt ausgeführt. Die Communio sei damit eine Oase gegen die Verwüstungen des Priester- und Kirchenbildes durch die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Sein Fazit: „Die Communio in Christo zeigt, dass die Kirche nur als Organismus aller mit ihren verschiedenen Gliedern im Geist Christi bleiben kann. Niemand steht höher als die anderen.“

Zudem hatte sich der Bischof fasziniert gezeigt, „von den geistlichen Kräften, die Mutter Marie Therese von Gott empfing, so dass sie in einer langen Wüstenzeit von Unverständnis, Anfeindungen und Ablehnung stets an ihrem Auftrag festhielt…“ Eine Ermutigung, den Weg im Geist von Mutter Marie Therese weiterzugehen.

Dank und Einblicke in die Pflegearbeit

Sonja Plönnes, Einrichtungsleiterin der Communio-Pflegeeinrichtungen, gab im weiteren Verlauf des Abends einen Einblick in die Arbeit des Pflegeteams und die besonderen Herausforderungen in der Betreuung der schwerstpflegebedürftigen Bewohner und Hospizgäste. Sie hob die wichtige Rolle der jungen Pflegekräfte aus Indien hervor und betonte das Engagement, mit dem sich die Communio auch für die Integration und Ausbildung internationaler Mitarbeitender einsetzt.

„Wir möchten unseren Bewohnern und Gästen nicht nur eine exzellente Pflege, sondern auch menschliche Nähe schenken“, sagte Plönnes und dankte besonders den jungen Kolleginnen und Kollegen für ihren Einsatz.

Mit einem berührenden Segensgebet von Sr. Shelly, einer indischen Communio-Schwester, fand der Abend einen stimmungsvollen Ausklang. Sr. Lidwina stellte fest: „Der Tag war für alle eine Stärkung und ein Motivationsschub auf dem eingeschlagenen Weg im Geiste von Mutter Marie Therese weiterzugehen.“

pp/Agentur ProfiPress